„DAS KÖNNEN WIR UNS NICHT LEISTEN“
LESUNG UND DENKRAUM MIT MIRIAM DAVOUDVANDI
„Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.“
Die Autorin und Journalistin Miriam Davoudvandi erzählt in ihrem Buch „Das können wir uns nicht leisten“ von Scham, Anpassung und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Ihre persönlichen Erfahrungen – vom Aufwachsen in prekären Verhältnissen bis zum sozialen Aufstieg – verbinden sich mit einer präzisen Analyse von Klassismus und sozialer Ungleichheit. Davoudvandi zeigt, wie stark soziale Herkunft und (fehlende) soziale Sicherheit Lebenswege prägen: in Beziehungen und Freundschaften, im Studium, im Umgang mit Geld. Materielle Unsicherheit wirkt dabei nicht nur ökonomisch, sondern hinterlässt auch emotionale Spuren, etwa in Form von Angst, Anpassungsdruck oder dem Gefühl, sich keinen Fehler leisten zu dürfen.
In der Reihe Denkraum liest sie aus ihrem Buch und spricht über die oft unsichtbaren Mechanismen sozialer Ausgrenzung sowie über die Bedeutung von sozialer Sicherheit für gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Freiheit. Im Anschluss lädt das moderierte Format dazu ein, eigene Fragen einzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
LESUNG: Miriam Davoudvandi ist freie Journalistin, Moderatorin und Autorin, wurde mehrfach ausgezeichnet und ist Host des WDR-Podcasts »Danke, gut«, in dem sie mit Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, über psychische Gesundheit spricht. Sie wurde 1992 in Bukarest als Tochter einer Rumänin und eines Iraners geboren und wuchs in einer Kleinstadt in Süddeutschland auf.
MODERATION: Samira Eissa ist selbständige Bildungsreferentin und gibt Workshops zu (Anti-)Rassismus und (Post-)Kolonialismus. Sie begleitet Jugend- und Erwachsenengruppen in den unterschiedlichsten Settings und erarbeitet in verschiedenen Kollektiven Empowerment-Strukturen.